17
- Januar
2014
Posted By : LAK Bayern
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Studieren für die Arbeitslosigkeit?

Fünf Jahre studieren, zwei Jahre Referendariat und dann auf der Straße stehen?
So sieht derzeit die Laufbahn vieler bayerischer Lehramtsstudierender aus. Lediglich ein Fünftel des aktuellen Prüfungsjahrgangs wird in den Staatsdienst übernommen. Je nach Fächerkombination verhelfen nicht einmal Notenschnitte von 1,3 oder 1,0 zu einer Einstellung. Das Kultusministerium begründet dies erneut mit einem Überangebot an fertig ausgebildeten Lehrkräften. Diese Begründung ist aus Sicht der Landes-ASten-Konferenz Bayern zum Großteil vorgeschoben. Denn Gründe für eine Erhöhung der Planstellen gäbe es viele: Den Ausbau der Ganztagesschulen, die Verringerung der Klassenstärken, den Ausbau der individuellen Förderung und nicht zuletzt die dringend notwendige Verringerung der ausfallenden Unterrichtsstunden.
Doch statt die dafür benötigten Lehrkräfte einzustellen, deckt das Kultusministerium den Bedarf an Unterrichtsstunden durch ein viel zu hohes Stundendeputat bei den ReferendarInnen. Damit werden ReferendarInnen, die sich noch in Ausbildung befinden, doppelt belastet und zudem als kostengünstige Lehrkräfte genutzt.
Dies ist ein fatales Signal für motivierte Lehramtsstudierende: „Hält die Landesregierung weiterhin an ihrem kurzsichtigen Kurs fest, macht man für junge motivierte Menschen den Lehrberuf dauerhaft unattraktiv“, so Christiane Fuchs, Referentin für LehrerInnenbildung der LAK Bayern. „Die Aussicht, fast sicher in der Arbeitslosigkeit zu enden, schreckt motivierte junge Menschen von der Aufnahme eines Lehramtsstudium ab – und gerade diese Menschen sind es doch, die wir für den LehrerInnenberuf gewinnen sollten.“

„Unser Bildungswesen darf nicht fadenscheinigen ökonomischen Argumenten zum Opfer fallen, sondern sollte in erster Linie das Wohl der Schülerinnen und Schüler im Auge haben. Diese brauchen bestmöglichen Unterricht. Voraussetzung hierfür aber ist eine ausreichende Zahl von gut ausgebildeten, nicht überlasteten Lehrkräften an Schulen“, fasst Christiane Fuchs das Problem zusammen.

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