25
- August
2013
Posted By : LAK Bayern
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Positionspapier Beschränkte Aussagekraft von Hochschulrankings

Vor Studienbeginn hat man sich die Frage zu stellen, an welcher Hochschule man studieren möchte. Viele Studieninteressierte orientieren sich bei dieser Wahl auch an Rankings von Studiengängen, wobei das Ranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) dabei einer der prominenteste Vertreter ist. Grundsätzlich sollten Hilfen und Anhaltspunkte geboten werden, die eine Entscheidung für die Studienortswahl erleichtern. Die LAK Bayern sieht jedoch in Hochschulrankings, insbesondere im CHE-Ranking, nicht den geeigneten Weg, diese Anhaltspunkte zu liefern. Hochschulrankings suggerieren den Eindruck, die Güte eines Studiengangs sei verallgemeinerbar und messbar. Das CHE-Ranking basiert zu einem großen Teil auf der Befragung von Studierenden. Die abgefragten Faktoren können diese jedoch nur individuell und aus ihrer Perspektive beantworten. So kann dieselbe Lehrveranstaltung von unterschiedlichen Dozierenden bereits konträr evaluiert werden. Die Aussagen sind demnach nicht nur höchst unzuverlässig, sondern es besteht zusätzlich die Gefahr, dass sie keine Informa;onen über die Qualität der Lehre liefern, sondern eher die Marketingmaßnahmen einer Hochschule bewerten, welche die eigene von anderen “konkurrierenden” Hochschulen abgrenzen und in einem besseren Licht erscheinen lassen sollen. Die Qualität der Lehre lässt sich in wesentlichen Punkten nicht quantifizieren, weshalb eine nachqualitativen Maßstäben gewichtete Auflistung von Studiengängen nicht gerechtfertigt ist. Speziell das CHE-Ranking weist außerdem eine Vielzahl an methodischen Problemen auf. Gerade im Wissenschaftsbetrieb ist es unverantwortbar, dass das CHE-Ranking dennoch von großen Teilen der Wissenschaftslandschaft unterstützt wird, Auswirkungen auf Gelderverteilungen hat und außerdem zur Täuschung von Studieninteressierten beiträgt. Die LAK Bayern ermutigt hiermit Dachverbände einzelner Fachbereiche, Hochschulen bzw. den gesamten Hochschulbetrieb und weitere beteiligte Akteurinnen und Akteure dazu, sich kritisch mit Hochschulrankings auseinanderzusetzen und nicht mehr dem CHE-Ranking hinterherzuhecheln. Die LAK Bayern ruft dazu auf, keine weiteren Daten mehr zur Erhebung des CHE-Rankings zur Verfügung zu stellen und die Ermittlung nicht weiter zu unterstützen.

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